Diese unglaublich dynamische Skulptur verdichtet bestimmte Vorstellungen über das sich beschleunigende Universum.
Ansprache von Adam Riess (Nobelpreis für Physik 2011) anläßlich der Premiere 2014 in Rom

"Es ist wie eine Musik aus einer anderen Welt – es war faszinierend, zu beobachten, wie viele Besucher sich neugierig diesem für sie fremden mikrotonalen Klanggefüge näherten", zeigt sich Tim Otto Roth nachhaltig von der Präsentation des Heaven's Carousel beeindruckt. "Jeden Abend warteten begeisterte Fans unterschiedlichster Altersgruppen, dass das Karussell sich zu drehen beginnt", blickt Roth auf die Präsentation der Installation im September 2020 auf dem Platz der Verfassungsfreunde in Offenburg zurück. Die aus 36 rotierenden und leuchtenden Lautsprechern bestehende Klangskulptur hat bereits ein breites Publikum in Rom, Baltimore und Karlsruhe begeistert. Für den Physiknobelpreisträger Adam Riess finden wichtige Entdeckungen, wie die beschleunigte Ausdehnung des Universums, in der immersiven Licht- und Soundskulptur ihren musikalischen Widerhall.

Für die vierte Hubble Space Telescope Conference, die im März 2014 an der Accademia dei Lincei in Rom stattfand, hat Tim Otto Roth für den dortigen Palmengarten eine luftigleichte Karussellkonstruktion mit 36 Lautsprechern konzipiert, die mit einer Spannweite von bis zu 16 Metern über den Köpfern der Zuhörer kreist. Je nachdem ob sich die abgespielten Sinustöne auf den Besucher zubewegen oder sich von ihm entfernen, verändert sich aufgrund des Doppler-Effekts die Tonhöhe der Schallwellen, indem diese gestreckt oder gestaucht werden. Da dieser Effekt positionsabhängig ist, können sich die Zuhörer frei unter der Installation bewegen. Werden die Töne nun auch noch in ganz schnellen Pulsen abgespielt kommt noch eine weitere Komponente ins Spiel, da aufgrund der Dimensionen des Klangs und der Laufzeit des Klangs, sich die Klangpakete ortsspezifisch unterschiedlich rekomponieren -- dadurch entsteht gewissermaßen eine raumzeitliche Granularsynthese. Auch der Blick in den Himmel besitzt für den Künstler und Komponisten Tim Otto Roth eine derartig akustische Dimension -- schließlich sehen wir aufgrund der Distanzen nur das lichte Echo längst vergangener Welten.

Kurzer Rückblick auf vergangene Präsentationen

Im Frühjahr 2015 premierte das Heaven's Carousel in den USA anläßlich der Feier des 25-jährigen Jubiläums des Hubble Raum Teleskops in Baltimore. Anläßlich der Globale beschleunigte im Sommer 2015 für sieben Wochen das Heaven's Carousel jeden Abend nach Sonnenuntergang im Herzen von Karlsruhe vor dem Naturkundemuseum den Besucher zu neuen Soundsphären.
Im Corona-Sommer 2020 drehte sich das Heaven's Carousel nicht wie geplant in Baltimore (Australien) und New York, sondern mache auf dem Platz der Verfassungsfreunde in Offenburg Station.
2021 zeigte Tim Otto Roth in Kooperation mit dem SFB 956 der Universität zu Köln das Heaven's Carousel erstmals in einem Innenraum. Zugleich ertönte in der von Gottfried Böhm erbauten Betonkirche mit den cold harmonies eine neue Komposition, die die Besucherinnen und Besucher zu einer akustischen Reise durch den Orion-Nebel einlud.
Eine weitere Prämiere fand im Sommer 2021 in Bad Reichenhall statt: Mit der Mahler-Adaption Wie ein Naturlaut wurden erstmals auch die Stimmen von zwei Sängerinnen, sowie Klänge von Trompete und Alphorn in Rotation versetzt.